Melatonin News


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Stress? Melatonin macht den Kopf frei für Sex
VANCOUVER - Ein Mittel gegen die Folgen von chronischem Stress - wem würde das nicht guttun? Melatonin scheint ein heißer Kandidat zu sein, denn das Hormon, das unser Körper während des Schlafens bildet und Einfluss auf unsere innere Uhr hat, könnte auch das Sexleben vieler gestresster Zeitgenossen verbessern. Eine kanadische Forschergruppe hatte männliche Ratten chronisch mildem Stress ausgesetzt, was zu einer deutlichen Verschlechterung ihres Sexualverhaltens führte. Verabreichte man ihnen aber regelmäßig Melatonin, wirkte sich der Stress nur wesentlich schwächer auf ihren Sex-Trieb aus. Es lohnt sich also, weiter an Melatonin zu forschen, schätzt Medical Tribune Online, denn neben den positiven Effekten auf den Schlaf, das Immunsystem oder bei Jetlag, könnte auch die Sexualität von dieser Substanz profitieren.

Melatonin gegen Benzodiazepin-Abhängigkeit
Bei einer 43jährigen Frau, die seit 11 Jahren unter Schlafstörungen litt und seit langer Zeit mit Benzodiazepinen behandelt worden war, scheiterten alle Auslaßversuche an Entzugserscheinungen und einer Rebound-Insomnie. Mit Melatonin konnte der Patientin geholfen werden.
Die orale Gabe von 1 mg Melatonin als Retardpräparat ermöglichte der Patientin, die Benzodiazepin-Medikation innerhalb von zwei Tagen komplett zu stoppen. Ihre Schlafqualität besserte sich, relevante Nebenwirkungen traten nicht auf.
Vor der Melatoninbehandlung hatte eine Urinuntersuchung Hinweise auf niedrige Melatoninkonzentrationen und ein Fehlen des typischen zirkadianen Sekretionsmusters geliefert.
Dagan, Y. al.: Rapid reversal of tolerance to benzodiazepine hypnotics by treatment with oral melatonin: a case report.

Melatonin schützt vor Brustkrebs
Oslo - Melatonin hat eine protektive Wirkung gegen Brustkrebs. Norwegische Forscher untermauerten jetzt diesen seit längerer Zeit vermuteten Zusammenhang. Sie untersuchten 15.412 Norwegerinnen, die alle unter verschiedenen Graden einer visuellen Beein- trächtigung litten, 400 Frauen waren völlig erblindet. Es zeigte sich, dass blinde Frauen ein um 39% geringeres Risiko hatten, ein Mamma-Karzinom zu entwickeln. Frauen, bei denen der Verlust des Augenlichtes zu einem relativ frühen Zeitpunkt ihres Leben eingetreten war, hatten sogar ein um 49% geringeres Brustkrebs-Risiko als sehende Frauen. Dieser Schutz zeigte sich jedoch nur bei völliger Blindheit. Denn diese Frauen, die keinerlei Licht mehr wahr nehmen, haben eine stetige, hohe Melatonin-Produktion während der Nacht, unabhängig von den Lichtverhältnissen um sie herum. Bei Frauen hingegen, die sehen, wird die Melatonin-Produktion durch künstliches Licht vermindert, erklären die Forscher. Melatonin beeinflusst die Sekretion von Östrogen, was wiederum in engem Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs steht.

Erneut bestätigt: Nachtarbeit mit Brustkrebs assoziiert
LONDON - Frauen, die drei Jahre lang regelmäßig nachts arbeiten, haben ein um 40% erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken als tagsüber arbeitende Frauen. Sind es mehr als drei Jahre im Nachtdienst, steigt das Risiko sogar auf 60%. Die US-amerikanischen Forscher, die hierfür die Arbeitsgewohnheiten von 763 Frauen mit Brustkrebs und 741 Frauen, bei denen diese Erkrankung nicht bekannt war, untersuchten, sind der Meinung, dass durch Nachtarbeit die Melatoninbildung gestört wird. Das Hormon Melatonin wird so gut wie nur in der Dunkelheit gebildet und reguliert den Biorhythmus des Körpers. Wird die innere Uhr gestört, führt das womöglich zu höheren Spiegeln von Östrogenen, also weiblichen Sexualhormonen, und diese können langfristig zur Entartung des Brustgewebes führen. Schon im vergangenen Jahr hatten dänische Forscher Studienergebnisse veröffentlicht, nach denen das Brustkrebsrisiko durch Nachtarbeit um 50% erhöht ist. Mittlerweile wurde noch eine weitere Studie publiziert: Hierin beschreibt eine weitere US-amerikanische Forschergruppe ein nach 29 Jahren Wechselschicht um 8% erhöhtes Brustkrebsrisiko und bei über 30 Jahren im Schichtdienst ein um 36% erhöhtes Risiko. In diese Studie gingen die Daten von 78.000 Krankenschwestern ein, die mindestens 3-mal pro Monat in die Nachtschicht rotierten.

Brustkrebs durch Nachtarbeit
KOPENHAGEN - Frauen, die nachts arbeiten, haben ein um 40 bis 50% höheres Brustkrebsrisiko als andere Frauen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des dänischen Krebsforschungsinstitutes "Kræftens Bekæmpelse". Ausgewertet wurden die Daten von 7.035 Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren. Zum Zeitpunkt der Erkrankung waren die Frauen zwischen 30 und 54 Jahre alt. Schuld ist möglicherweise eine verringerte Produktion des Hormons Melatonin bei Frauen, die nachts arbeiten, vermuten die Forscher. Das Hormon wird fast ausschließlich in der Nacht gebildet, Licht stört die Produktion. Melatonin, das im Gehirn produziert wird, reguliert unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, stimuliert das Immunsystem - und hemmt das Wachstum von Brustkrebszellen.
Danish Cancer Society, Pressemitteilung und Berlingske Tidende.

Migräne aus dem Zwischenhirn
SAO PAULO - Ein Teil unseres Zwischenhirns, der Hypothalamus, scheint eine Rolle bei der Entstehung der chronischen Migräne zu spielen. Bisher wurde ein Zusammenhang nur vermutet, aber eine brasilianische Forschergruppe konnte das nun durch Blutuntersuchungen von 17 Patienten mit chronischer Migräne und 9 Vergleichspersonen bestätigen. Bei den Patienten wurde über 12 Stunden hinweg stündlich die Konzentration verschiedener Hormone gemessen, deren Freisetzung vom Hypothalamus gesteuert wird. Bei den Migränikern zeigten sich abweichende Hormonmuster in der Form, dass die nächtliche Prolaktin-Ausschüttung vermindert war, Kortisol in größerem Maße gefunden wurde und der nächtliche Gipfel des Schlafhormons Melatonin erst später erreicht wurde. Bei Patienten, die wegen der chronischen Migräne unter Schlaflosigkeit litten, war die Melatonin-Menge im Blut insgesamt vermindert.

Melatonin legt schlaflose Diabetiker flach
HOLON - Melatonin kann die Schlafqualität bei Typ-2-Diabetikern verbessern. Das zeigt eine doppel-blinde Crossover-Studie mit 38 Patienten. Drei Wochen lang erhielten sie zwei Milligramm Melatonin pro Tag oder ein Plazebo. Unter der Melatonin-Gabe verringerte sich die Zahl der nächtlichen Aufwachepisoden um 38,6%. Die Dauer der nächtlichen Wachphasen wurde mehr als halbiert: von durchschnittlich 63 auf 31 Minuten. Melatonin hatte keinen nennenswerten Effekt auf Serum-Glukose, Fruktosamine, Insulin oder den Antioxidantienspiegel. Allerdings sank der HbA1c-Spiegel. Vor allem bei jenen Diabetikern mit hohem HbA1c-Wert.

Quelle: www.medical-tribune.de

Melatonin- Physiologie und diagnostische Bedeutung
Melatonin ist ein biogenes Amin, das sowohl endogen gebildet als auch exogen mit der Nahrung zugeführt wird. Es hat drei unterschiedliche Wirkungen:

1. Steigerung des Bedürfnisses nach Schlaf

2. antioxidative Wirkung

3. Stimulation des Immunsystems

Seine physiologische Bedeutung liegt

1. in der Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus (?innere Uhr?)

2. im Schutz vor ionisierenden , carcinogenen Strahlen
Die Synthese ( v. a. im Corpus pineale) erfolgt nur nachts, daher circadianer Rhythmus des Melatoninspiegels. Je länger die Nacht, desto länger die Sekretion. Verminderte Sekretion führt zu Schlafstörungen, z. B. bei

- Schichtarbeitern

- Fernreisen über mehrere Zeitzonen

- Depressionen, Schizophrenie u. a. Psychosen

- Blindheit

Die antioxidative Wirkung des Melatonins beruht auf seiner Fähigkeit, reaktive OH-Gruppen, die durch ionisierende Strahlen entstehen, zu neutralisieren. Dadurch wird der malignen Entartung von Zellen vorgebeugt.
Darüber hinaus ist folgendes wissenschaftlich gesichert:

1. Mit zunehmendem Alter nimmt die Melatonin-Konzentration kontinuierlich ab.

2. Im Tierversuch hatten Melatonin-behandelte Tiere eine um 30% höhere
Lebenserwartung als die Tiere der Kontrollgruppe.

Aus o. g. Betrachtungen ziehen Wissenschaftler den Schluß, daß Melatonin auch beim Menschen den Alterungsprozeß verlangsamen und therapeutisch als ? Jugendhormon? angewandt werden könnte.

Für die Bestimmung des Melatonins ergeben sich somit vier Indikationen:

1. Schlafstörungen jeglicher Ursache

2. Verdacht auf erhöhten oxidativen Stress bzw. auf Carcinom

3. Verdacht auf Immunschwäche

4. Zur Kompensation der Alterung des Gewebes durch normalen oxidativen Stress, bzw. durch freie Radikale

Quelle unbekannt

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